Wissen

Welcher Ansatz passt zu welchem Problem?

Hier werden Ansätze verglichen, statt einen einzelnen zu empfehlen: wofür ein Ansatz gedacht ist, wann er weniger passt und welche Profile damit arbeiten. Alle Angaben stammen aus den Ansatz- und Herausforderungsseiten dieses Verzeichnisses und aus den dort ausgewiesenen Quellen.

  1. AusgangslageProblem benennen
  2. VergleichAnsätze unterscheiden
  3. ProfileWer damit arbeitet

In drei Schritten zur Entscheidungsgrundlage

1. Ausgangslage klären

Veränderung beginnt selten mit einer Methode. Die Herausforderungsseiten beschreiben, was eine Ausgangslage organisatorisch bedeutet und was vor jeder Methodenentscheidung geklärt sein muss.

2. Ansätze unterscheiden

Der Vergleich unten stellt Ansätze nach Zweck und Grenzen gegenüber. Jede Ansatzseite erklärt zusätzlich Prinzipien, Ablauf und typische Einführungsschritte.

3. Profile prüfen

Die Zuordnung von Personen zu Ansätzen stammt aus den strukturierten Angaben der Profile und den dort ausgewiesenen Quellen.

Grundlagen

Grundlagen

Was ist New Work?

Ursprung bei Frithjof Bergmann, heutige Bedeutung, zentrale Prinzipien und die Frage, was sich in einer Organisation konkret verändern muss.

New Work verstehen

Ansätze im direkten Vergleich

Die Spalten „geeignet für“ und „weniger geeignet“ fassen die Passungsangaben der jeweiligen Ansatzseite zusammen. Die vollständigen Listen stehen dort mit Quellenangabe.

Vergleich veröffentlichter Ansätze nach Eignung, Grenzen und Anzahl der Profile
AnsatzGeeignet fürWeniger geeignetProfile
Appreciative InquiryAppreciative Inquiry ist ein stärken- und zukunftsorientierter Ansatz der Organisationsentwicklung, der untersucht, was in einem System bereits funktioniert, und daraus gemeinsam gewünschte Veränderungen entwickelt.Kultur- und Veränderungsprozesse, in denen vorhandene Stärken systematisch genutzt werden sollenAkute Sicherheits-, Compliance- oder Qualitätsprobleme, bei denen Fehlerursachen zuerst präzise diagnostiziert und behoben werden müssen1 Profil
Design SprintEin Design Sprint ist ein stark zeitlich begrenzter Prozess, in dem ein interdisziplinäres Team eine wichtige Herausforderung fokussiert, Lösungen entwickelt, einen realistischen Prototyp baut und mit echten Nutzerinnen oder Nutzern testet.Neue Produkte, Services oder Funktionen mit wichtigen ungeprüften AnnahmenRoutineumsetzung mit bereits geklärter Lösung und bekannten Anforderungen1 Profil
Design ThinkingDesign Thinking ist ein menschenzentrierter und iterativer Ansatz für komplexe Probleme, der Nutzerbedürfnisse mit technischer Machbarkeit und organisatorischer Tragfähigkeit verbindet.Komplexe oder noch unklare Probleme, bei denen Nutzerbedürfnisse nicht ausreichend verstanden sindRoutineaufgaben mit klarer Lösung und etabliertem Umsetzungspfad2 Profile
HolacracyHolacracy ist ein Management-Framework für Selbstorganisation: Eine Verfassung regelt Rollen, Kreise und Verfahren, damit Entscheidungsmacht geteilt und trotzdem verbindlich bleibt.Organisationen, die Selbstorganisation einführen wollen und dafür ein verbindliches Regelwerk statt kultureller Appelle brauchenOrganisationen, die keine verbindlichen Spielregeln akzeptieren wollen2 Profile
KanbanKanban ist laut Kanban Guide eine Strategie zur Optimierung des Flusses von Wert durch einen Prozess. Statt eine neue Organisation zu errichten, macht Kanban bestehende Arbeit sichtbar, begrenzt sie und verbessert den Fluss anhand von vier Messgrößen.Teams, die ihre Lieferfähigkeit verbessern wollen, ohne ihre Arbeitsweise vollständig zu ersetzenUmgebungen, die vor allem eine neue Rollen- und Entscheidungsstruktur brauchen2 Profile
LEGO Serious PlayLEGO Serious Play ist eine moderierte Workshop-Methode, bei der Teilnehmende Gedanken, Erfahrungen und mögliche Lösungen als dreidimensionale Modelle bauen, erklären und gemeinsam reflektieren.Strategie-, Visions- und Transformationsfragen, bei denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden sollenEinfache operative Entscheidungen, für die bereits genügend Informationen und ein klarer Entscheidungsweg vorliegen5 Profile
Liberating StructuresLiberating Structures sind einfache, wirksame Interaktionsmuster, die jede Stimme einbeziehen. Statt Meetings und Beteiligung neu zu organisieren, verändert der Ansatz die kleinste Einheit der Zusammenarbeit – die Art, wie Menschen miteinander sprechen und entscheiden.Teams und Organisationen, in denen Beteiligung formal vorhanden, aber faktisch schwach ausgeprägt istOrganisationen, die eine vollständige Struktur- und Entscheidungsordnung suchen2 Profile
Management 3.0Management 3.0 ist nach eigener Beschreibung eine sich weiterentwickelnde Sammlung von Spielen, Werkzeugen und Praktiken, mit denen jede Person zur Steuerung der Organisation beitragen kann. Der Ansatz setzt nicht bei Titeln an, sondern bei konkreten Führungssituationen.Organisationen, die Führungsverhalten verändern wollen, ohne zuerst die Struktur umzubauenOrganisationen, die vor allem eine neue Verfassung, Rollenordnung oder Entscheidungslogik brauchen1 Profil
OKROKR steht für Objectives and Key Results: qualitative Ziele werden mit messbaren Ergebnissen verbunden und in einem wiederkehrenden Zyklus ausgerichtet, verfolgt und ausgewertet.Organisationen, die Strategie in überprüfbare Vorhaben übersetzen wollenOrganisationen ohne Strategie oder Zielbild, aus dem Objectives abgeleitet werden können2 Profile
ScrumScrum ist ein leichtgewichtiges Framework, mit dem Menschen, Teams und Organisationen komplexe Probleme in kurzen, wiederkehrenden Zyklen bearbeiten. Rollen, Ereignisse und Artefakte sind bewusst minimal gehalten; die konkrete Praxis entsteht aus der Arbeit der Beteiligten.Teams, die an komplexen Produkten oder Dienstleistungen mit veränderlichen Anforderungen arbeitenArbeit, deren Rahmen und Ergebnisse vollständig vorab feststehen und sich nicht ändern können5 Profile
SoziokratieSoziokratie verteilt Entscheidungsbefugnisse auf Kreise und Rollen und trifft Beschlüsse im Konsent – dem begründeten Einwand statt der Mehrheit.Organisationen, in denen Entscheidungen aktuell an einzelnen Personen hängen und dadurch langsam oder intransparent werdenSituationen mit akuter Krise, in denen kurzfristig eine einzelne Entscheidungsinstanz handlungsfähig bleiben muss5 Profile
Systemische OrganisationsentwicklungSystemische Organisationsentwicklung betrachtet Organisationen als Beziehungs- und Kommunikationssysteme und gestaltet Veränderung über Muster, Wechselwirkungen und Beteiligte.Organisationen mit wiederkehrenden Konflikten, deren Ursache trotz mehrerer Anläufe nicht geklärt werden konnteAufträge, bei denen ausschließlich eine technische oder rechtliche Umsetzung gefordert istin Aufbau
Theory UTheory U ist ein von Otto Scharmer entwickeltes Framework für tiefgreifende Veränderungs- und Lernprozesse. Es verbindet Systemwahrnehmung, Reflexion und Prototyping und richtet die Aufmerksamkeit darauf, aus welcher Haltung Menschen und Organisationen Entscheidungen treffen.Komplexe Veränderungsvorhaben, bei denen Problem und Lösung zu Beginn noch nicht vollständig klar sindRein technische oder rechtliche Aufgaben mit bereits eindeutig definiertem Lösungsweg1 Profil
Working Out LoudWorking Out Loud ist eine strukturierte Peer-Learning-Praxis, bei der Menschen über mehrere Wochen an einem eigenen Ziel arbeiten, Beziehungen aufbauen, Beiträge leisten und neue Lern- und Netzwerkgewohnheiten entwickeln.Organisationen, die selbstgesteuertes Lernen und bereichsübergreifende Beziehungen fördern wollenPflichtprogramme, in denen Teilnehmende persönliche Ziele, Kontakte oder Beiträge gegen ihren Willen offenlegen sollen4 Profile

Nach Problem und Ausgangslage suchen

Wie sich Ansätze in der Praxis zeigen

Ein Beispielprofil je Ansatz. Die Zuordnung stammt aus den strukturierten Methodenangaben und den ausgewiesenen Quellen der Profile.

Martin Backes

Berlin, Deutschland

Transformation coach, consultant, and facilitator for leadership, innovation, and organizational development

CoHive

Martin Backes ist als Transformationscoach, Berater und Facilitator für Führung, Innovation und Organisationsentwicklung tätig. Er arbeitet mit CoHive in Berlin und bringt über 20 Jahre Erfahrung in Design, Führung, Innovation und Organisationsentwicklung mit.

Rolle
Beratung · Coaching · Facilitation · Training
Sprache
Englisch

Insgesamt 26 recherchierte Profile im Expertenverzeichnis

Wissen mit Quellen statt Content um des Contents willen

Der Wissensbereich wächst bewusst langsam. Neue Leitfäden entstehen nur dann, wenn ein Thema für die Orientierung im Verzeichnis relevant ist und sich mit belastbaren Quellen eigenständig erklären lässt.

Der erste Grundlagenbeitrag ordnet New Work selbst ein. Die Ansatz- und Herausforderungsseiten bleiben daneben der direkte Weg zu konkreten Organisationsfragen, Methoden und recherchierten Profilen.

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